Was ist Beifuß?

Nachhaltig würzen mit Beifuß macht viel Freude und passt besonders gut in die Winterzeit. Nur was ist Beifuß genau und wie setze ich das Kraut richtig ein? Beifuß ist nicht gleich Beifuß und in der Tat ist die Verwechslungsgefahr recht hoch. Die Sorten sehen sich ähnlich und die Begrifflichkeiten der Sorten werden hin und wieder vertauscht oder gar falsch verwendet. Deshalb grenzen wir diesem Beitrag ein und unterscheiden zunächst nur drei Arten. Um die Verwechslungsgefahr zu vermeiden, nehmen wir direkt die lateinischen Bezeichnungen dazu. Folglich landen wir bei der Pflanzengattung Artemisia und nehmen diese drei unter die Lupe:

  • Gewürzbeifuß oder gewöhnlicher Beifuß: artemisia vulgaris
  • Einjähriger Beifuß: artemisia annua
  • Bitterer Beifuß oder Wermut: artemisia absinthium

Alle drei Arten der Pflanzengattung Artemisia verbindet eine bittere Note. Gewürzbeifuß nehmen wir als am wenigsten bitter wahr, gefolgt vom einjährigen Beifuß und intensive Bitternoten kommen beim Wermut durch. Zugleich prägen Herkunftsregion, Anbaubedingungen und das persönliche Geschmacksempfinden die Wahrnehmung der Bitterstoffe. So nimmt tatsächlich  jeder Mensch Bitterstoffe anders wahr.

Würden wir in einer Gruppe ein Kraut wie Beifuß oder ein Gewürz wie Bockshornklee nach der Bitterkeit bewerten, so ist das Resultat selten homogen. Während einige die Bitterstoffe als angenehm, gar heilsam empfinden, wirken sie bei anderen eher unangenehm und bei einigen gar abstoßend. Aber mögliche negative  Empfindungen aufgrund der Bitterstoffe dürfen entspannt bewertet werden. Der Hebel liegt bei der Dosierung. Langsam starten – bleibt tatsächlich ein unangenehmes Gefühl bestehen, so rate ich vorerst von der Verwendung ab. Dann einfach ein paar Wochen später nochmal probieren.

Ist Beifuß gar giftig?

Die Dosis macht das Gift. Hierbei möchte ich ein Vergleich zu Gewürzen wie Muskat oder Safran heranziehen. Wer konsumiert eigentlich freiwillig mehrere Muskatnüsse oder mehr als 5 Gramm Safran auf einmal? Beim Beifuß leitet uns zudem die Natur durch die Wahrnehmung der Bitterkeit. Dass bitter für giftig steht, ist grundsätzlich nicht falsch. Ein urmenschlicher Instinkt, um uns Menschen in der Steinzeit vor unreifen Früchten, Blättern und Gemüsesorten zu warnen.

Bei kleinen Kindern können wir häufig beobachten, dass ‘bitter’ nicht so gut ankommt. Dahinter steckt ein intaktes emphatisches Verhalten in den noch kleinen Körpern. Spätestens im erwachsenen Alter tun uns Bitterstoffe hingegen oft sehr gut. Immer häufiger wird der Mangel durch Nahrungsergänzung kompensiert, aber warum eigentlich nicht entspannt ein paar natürliche Bitterstoffe durch nachhaltige Kräuter und Gewürze zu sich nehmen? Eben wie beim Beifuß kommt die Anleitung aus der Natur: sparsam dosieren, langsam steigern und sich ganz von den eigenen Empfindungen leiten lassen.

Beifuß entwickelt sich immer mehr zum Kraut der Stunde. Dabei ist Beifuß bereits seit mehr als tausend Jahren bekannt und wird in Fachkreisen als die “Mutter aller Heilkräuter” bezeichnet. Besonders der einjährige Beifuß schafft es nicht zuletzt aufgrund der Einsatzgebiete bei Malaria und Grippeviren immer wieder in die Presse. Aber belassen wir dieses Thema und fokussieren uns auf nachhaltig würzen mit Beifuß für den Genuss und das Wohlbefinden.

Wie wirkt artemisia annua (einjähriger Beifuß)?

Der einjährige Beifuß reinigt, unterstützt beim “Entschlacken”, kann das Immunsystem stärken und eben sogar gegen Infektionen helfen. Diese Kraft ist vor allem auf den immens hohen Wert an besonderen Antioxidantien zurückzuführen. Zurzeit verwende ich einjährigen Beifuß am liebsten im Tee. Dabei setze ich das getrocknete Kraut dezent ein. Hierzu kombiniere ich Beifuß mit anderen Kräutern und Gewürzen wie Zimtrinde, Bockshornklee, Majoran, Pfefferminze, wilder Rosmarin oder Thymian. Füge gerne noch ein paar feste Fruchtstücke in kleiner Würfelgröße hinzu. Für die Monate November und Dezember bieten sich besonders Quitte, Birne und Apfel an.

Wozu verwende ich artemisia absinthium (bitterer Beifuß/ Wermut)?

Wermut ist vor allem durch das hochprozentige Getränk Absinth bekannt. Absinth war lange Zeit verboten. Gegen Ende des 19. Jahrhundert war das Getränk besonders in Paris extrem populär. Der Überkonsum mit Folgen auf die Gesundheit führte zum Verbot. Allerdings sollte die Ursache zum Verbot nicht dem Wermut, sondern im übermäßigen Konsum von oft billigem Alkohol begründet bleiben.

Wermut wirkt wie einjähriger Beifuß auch gut bei Verdauungsbeschwerden. Zugleich regt Wermut den Appetit an. Eigentlich lässt sich Wermut ähnlich einsetzen wie der einjährige Beifuß. So folge gerne der gleichen Gewürztee-Empfehlung und ersetze lediglich den einjährigen Beifuß durch Wermut. Zugleich lassen sich beide Kräuter auch zum Kochen verwenden. Aufgrund der Bitterstoffe empfehle ich ein Herantasten. Wenn die Aromen und der Geschmack gut ankommt, dann gerne etwas mehr dosieren. Würzen mit Wermut empfehle ich besonders zu Fisch, Lamm- und Schweinefleisch.

Wie verwende ich artemisia vulgaris (Gewürzbeifuß)?

Gewürzbeifuß oder auch gewöhnlicher Beifuß genannt, ist in unseren Küchen etabliert und passt besonders gut zu fettigen Speisen. Die recht angenehm bitteren Aromen harmonieren zum Beispiel hervorragend zum Gänsebraten. So passt Gewürzbeifuß logischerweise wunderbar in die Weihnachts- und Winterzeit. Aber auch hier darf sparsam dosiert werden. Nicht das Kraut und die Bitterstoffe, sondern die Zutaten bleiben dann im Fokus. Auch für Vegetarier ist der Gewürzbeifuß passend, besonders zu fettigem Fisch. Zuletzt empfehle ich für die vegane Ernährung Gewürzbeifuß mit Erbsen, Zwiebeln und Linsen zu kombinieren.

Würzen mit Beifuß für Genuss und Wohlbefinden

Würzen mit Beifuß

Nachhaltig würzen mit Beifuß

Beifuß liebt die Sonne. Dazu mag Beifuß nährstoffreiche Böden. So kann Beifuß vielerorts wachsen und zugleich lässt sich die Qualität durch besonders viel Erfahrung beim natürlichen Anbau weiter steigern. Ausgewogenheit, Reinheit und möglichst viele Nährstoffe werden durch passende Biodiversität bei eben viel Sonne befeuert. Weitere Informationen zum Thema stehen in unseren FAQ für Gewürze und darin auch konkreter zu verwende ich Kräuter.

Beifuß und Kräuter in der Sonne

Zuletzt verweisen wir gerne auf ein ganz besonderes Angebot für den Einstieg mit Beifuß. Zu den drei Sorten geben wir ein passendes Überraschungsprodukt gratis dazu. >> Hier geht es zum Angebot <<

Ich hoffe, der Beitrag nachhaltig würzen mit Beifuß hat dir gefallen. Wie immer freue ich mich über jeden Kommentar.