Gute Gewürze erkennen – warum nicht am Aroma einer echten Vanilleschote. Schon beim Anblick strömen viele Düfte in deine Nase. Süßholz, Tabak, ein Hauch von Traube oder Pflaume sowie die erstaunlich fruchtig-sahnige Süße lassen dich in eine andere Welt eintauchen. Halte die Schote ein wenig in deiner Hand. Legst du die Vanille anschließend auf einen Tisch, bleiben viele Düfte auf deiner Hand für einige Minuten erhalten. Zugleich fängt die auf dem Tisch liegende Vanilleschote jetzt an, leichte Duftaromen in den Raum zu geben. Großartige Gewürze entfalten einfach und ganz natürlich ihre außergewöhnlichen Aromen.

Vanille ist zeitlos. Ebenso hochwertiger Zimt oder hochwertige Nelken – gute Gewürze kennen keine Jahreszeit und keine Grenzen bei der Verwendung. Du darfst sie immer einsetzen. Vanille liebt trotz starker Aromen die Kombination mit hochwertigen Gewürzen wie beispielsweise Chili, Kardamom, Tonkabohne, Zimt oder Pfeffer. Hast du gute Vanille entdeckt – dann wage noch mehr und greife verwandte Aromen wie Süßholz auf oder kombiniere mit Kaffee und Kakao.

Woran erkenne ich gute Gewürze wie eine Vanilleschote

Atemzug von einer Vanilleschote

Verlassen wir aufs Erste die Welt der Vanille und schauen kurz auf die beliebtesten Gewürze in Deutschland. Gemessen an den Importen einzelner Gewürze stehen Pfeffer und Paprika hoch im Kurs. Die Zahlen des Fachverbandes der Gewürzindustrie decken sich im Verhältnis sicherlich nicht 1 zu 1 mit der Verwendung in den Privathaushalten. Zugleich würzen wir gerne mit Pfeffer und Paprika. Diese beiden Gewürze lassen sich schnell und unkompliziert zu fast jedem Gericht einsetzen. Und somit darf auch Pfeffer und Paprika in die Liga der außergewöhnlichen Gewürze aufgenommen werden.

Was sind die besten Gewürze?

Die besten Gewürze gibt es nicht. Zugleich gibt es große Qualitätsunterschiede bei Gewürzen als auch generell bei Lebensmitteln. Unterschiede, die du riechen, schmecken und fühlen kannst. Zudem bieten gerade die vielen Pfeffer- und Paprikasorten eine große Vielfalt an. Durch die unterschiedliche Reife und Verarbeitung spendiert uns die Pfefferpflanze zum schwarzen noch das weiße, echte rote und grüne Pfefferkorn. Zur Gattung des echten Pfeffers (Piper Nigrum) zählen zudem noch Langer Pfeffer und Tellicherry-Pfeffer. Auch Kubeben-Pfeffer zählt zur Gattung der Pfeffergewächse. Andererseits gehören so viele Sorten nicht dazu. Diese ‘Pseudo-Pfeffer’ sind folgerichtig keine Pfeffer. Dennoch sind Himalaya-Pfeffer, Grapefruit-Pfeffer oder Andaliman-Pfeffer einfach nur außergewöhnlich lecker.

Ähnlich schaut es bei Paprika, Chili, Cayenne-Pfeffer und so vielen weiteren Paprikasorten aus. So sind alle zur Gattung Capsicum gehörende Sorten Paprikas und überzeugen mit spannenden Aroma-Profilen.

Potenzial guter Gewürze wie aromatischer Paprika

Gewürzpaprika nach der Ernte

Welches Potenzial steckt in guten Gewürzen?

Gute Gewürze erkennen – das scheint uns bei der Vanille zu gelingen. Gelingt es ebenso bei den Klassikern wie Pfeffer, Paprika oder Muskat als auch bei den Exoten? Früher konnte ich Gewürznelke nicht mal riechen. Heutzutage verwende ich Nelke für fast jedes Gericht, aber eben ganz dezent mit nur ein oder zwei frisch gemahlenen Nelken. Ähnlich verwende ich schwarzen Kardamom – dezent und dafür regelmäßig. Ein Merkmal für gute Gewürze ist sicherlich, dass du nicht viel vom Gewürz einsetzen musst und zugleich die natürlichen Aromen stimmig zur Geltung kommen.

Hinzu kommen deine persönlichen Geschmacksvorlieben. Vieles entwickelt sich tatsächlich durch Probieren und Ausprobieren. Je häufiger du Gewürze auch kreativ einsetzt, desto mehr erfährst du über die Aromen und deine Geschmacksvorlieben. Das geht los beim Einkauf nachhaltiger Lebensmittel und Gewürze, über die Vorbereitung mit dem Schneiden von frischem Gemüse, dem Würzen vorab, dem Anbraten, Garen oder Rösten bis hin zum Genuss allein, mit Familie oder Freunden. Mehr Tipps zum einfach lecker würzen stehen im blog-Beitrag Kochen mit außergewöhnlichen Gewürzen.

Kurzum, röstest du beispielsweise Bockshornkleesamen in der Pfanne an, so nimmt dein Gehirn direkt über die Nase die Botenstoffe des Gewürzes auf. Das weckt Emotionen in dir und diese dürfen unbedingt in dein persönliches Bewertungsprofil einfließen.

Potenzial guter Gewürze beim Anblick vom roots. Gewürzglas

Anblick vom roots. Gewürzglas

 

Wie unterscheiden sich Kräuter und Gewürze?

Mir ist kein einheitlicher Definitionsansatz für Kräuter und Gewürze bekannt. Wie so oft im Leben kommt es auf die Perspektive an. Ziehen wir recht nüchtern das Lebensmittelbuch vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft heran, so fallen unter Gewürze “Samen, Rinden, Wurzeln, Zwiebeln, Früchte, Blüten, .. zumeist getrocknet” und unter Kräuter “Blüten, Sprossen, Blätter sowohl frisch als auch getrocknet”. Setzen wir mal ein paar praktische Beispiele:

Unterschied Kräuter und Gewürze

Einige Kräuter und Gewürze

 

Pfefferkörner: Gewürz

Die Früchte des Pfefferstrauches.

Rosmarin: Kraut

Die (getrockneten) Nadeln des Rosmarin-Strauches.

Muskatnuss: Gewürz

Die Frucht des Muskatnussbaumes.

Oregano: Kraut

Die (getrockneten) Blätter des Oregano-Strauches.

Ingwerpulver: Gewürz

Aus der Knolle der Ingwerwurzel (Rhizom).

Die Einordnung, ob Gewürz oder Kraut unterstützt uns wohl kaum bei der Bewertung guter Gewürze. Jedoch ist der Definitionsansatz interessant und relevant. So lassen sich Gewürze auch botanisch oder geografisch einordnen. Hier kommen wir dem Thema Qualität schon näher, wenngleich es kontrovers werden kann. Kräuter in mediterranen Regionen wie Oregano oder Thymian aus Kreta, Süditalien oder Spanien schmecken meiner Meinung nach anders als Oregano oder Thymian hierzulande. Diese Meinung muss niemand teilen und Ausnahmen gibt es definitiv. Auf der Suche nach außergewöhnlichen Kräutern und Gewürzen spielen die natürlichen Rahmenbedingungen jedoch eine tragende Rolle. Wir erhalten oft positives Feedback zur fruchtigen Schärfe unserer Chilischote Piri Piri. Nachdem ich die natürlichen Bedingungen vor Ort gesehen habe und die Erfahrung der Erzeuger kennen lernen durfte, überrascht mich das Ergebnis nicht. Wir freuen uns trotzdem sehr über die Wertschätzung unserer Produkte.

Gute Gewürze erkennen – worauf kommt es an?

 

Wie erkenne ich gute Kräuter und Gewürze

Kräuter- und Gewürzegarten

Außerdem reicht es nicht aus, dass Pfeffer in den Tropen wächst, Gewürzkräuter mediterranes Klima genießen und Safran aus arabischen oder orientalischen Regionen stammt. Bei Gewürzen gibt es immense Qualitätsunterschiede. Neben den natürlichen Bedingungen bedarf es viel Erfahrung bei den Erzeugern und vor allem Respekt vor der Natur. Wir setzen mit voller Überzeugung auf Partnerschaften für Kleinanbau oder Ernten aus Wildsammlungen. Von Natur aus Bio ist meiner Meinung nach elementar für außergewöhnliche Qualität bei Gewürzen. Tatsächlich ist es nicht so einfach von zuhause aus die Qualität von Gewürzen schnell und richtig zu bewerten. Ich möchte exemplarisch ein paar Tipps zu geben:

Safran

Safran ist aktuell das teuerste Gewürz der Welt. Entsprechend attraktiv sind Verfahren zum Strecken oder Beimischen bis hin zum Verkauf eines anderen – als Safran deklariertes – Produktes.

  1. Tipp: kaufe niemals Pulver von Quellen, die du nicht sehr gut kennst. Ist ein Gewürz pulverisiert, kann quasi alles beigemischt sein.
  2. Tipp: schaue auf die Länge der Fäden. Willst du die erste Liga, geht es auch um Optik. Und hier spielt die Länge des Rotanteils eine tragende Rolle. In Fachkreisen wird von Negin-Qualität gesprochen.
  3. Tipp: Gebe wenige Fäden in Wasser und schaue was passiert. Färbt sich das Wasser im kleinen Gefäß authentisch und wunderschön orange-rot? Safranfäden mit starker natürlicher Färbung besitzen viel Crocin. Aber zugleich gilt Vorsicht: es gibt tatsächlich Methoden, Safran künstlich einzufärben.
  4. Tipp: Rieche, fühle und schmecke – zwei bis drei Fäden reichen aus, um eine topp-Qualität bewerten zu können. Höre dabei stark auf dein Bauchgefühl.

Mehr Informationen zum Würzen mit Safranfäden.

Nelke

Nelken waren vor einiger Zeit wertvoller als Gold. Für mich zählen Nelken nach wie vor zu einem ganz besonderen Gewürz. Gewürznelken werden wieder mehr Beachtung genießen. Da bin ich mir sehr sicher. Sternekoch Jens Rittmeyer kennt das Potenzial und kombiniert frisch gemahlene Gewürznelke zum Beispiel mit flambierter Ananas. Die süßlich-warmen Aromen der Gewürznelke harmonieren prächtig mit den süß-sauren Noten der Tropenfrucht.

Gute Gewürze erkennen. Auch bei Gewürznelken gibt es große Qualitätsunterschiede. Den ersten erkennst du sofort: der Kopf oder die Knospe darf nicht fehlen. Die meiste Kraft steckt in der Knospe mit seinem Hauptbestandteil dem ätherischen Öl Eugenol. Nelken mit Knospe werden vielerorts noch von Hand sortiert. Mache zudem den Wassertest: schwimmt die Knospe oben und geht langsam senkrecht unter, hast du eine gute Qualität. Legt sich die Nelke gleich quer und geht unter oder treibt so dahin, spricht das nicht für gute Qualität.

Pfeffer

Gönn dir ein echtes Pfefferkorn wild gewachsen aus einer Urwaldregion. Du wirst wohl husten und zugleich eine Geschmacksexplosion erleben. Wie bei so vielen gereiften Früchten, die sich seit Jahrhunderten in der freien Natur behaupten, sie haben einfach Power. Nur schwer können Produkte aus Monokulturen diese Aromenvielfalt und Geschmacksintensität aufbauen – die Natur spielt zurecht und wohl ganz allein in der ersten Liga.

Zimt

Ceylon- oder Cassia-Zimt? Beide Zimtarten schmecken unterschiedlich und unterscheiden sich ebenso stark in ihrer Konsistenz. Cassia-Zimt ist härter. So stammen vielschichtige und hochwertige Zimtstangen stets aus der Ceylon-Zimtrinde. Cassia-Zimt schmeckt hingegen kräftiger, gar schärfer. Ceylon-Zimt schmeckt milder und zugleich süßer. Wer auf Cumarin reagiert, sollte besser auf Cassia-Zimt verzichten. Ich bevorzuge noch den Ceylon-Zimt, bin aber weiter auf der Suche nach herausragendem Cassia-Zimt. Bei unserem Ceylon-Zimt wird die äußere Rinde nochmals entfernt. Dies ist eine schwierige und aufwendige Arbeit, sorgt aber dafür, dass die Rinde noch aromatischer wird. Beiße einmal sanft in ein Stück hochwertige Zimtrinde und du wirst es wohl wieder tun. Beim Zimt gilt wie beim Safran – Pulver nur aus Quellen beziehen, die wohl bekannt sind.

Warum natürliche Gewürze?

Natürliche Gewürze wachsen und gedeihen natürlich. Dabei greifen wir Menschen nur ein, wo es nötig ist. Erfahrene Kleinbauern oder Erzeuger überwachen natürlich täglich, hegen und pflegen mit ganzer Hingabe und Erfahrung. So lassen sich ganzheitliche Ansätze wie der biodynamische Anbau umsetzen, wo sich Pflanzen gegenseitig unterstützen und schützen. Folglich leisten auch wir Menschen einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Landwirtschaft.

Warum natürliche Gewürze und Kräuter verwenden

Natürliche Kräuter und Gewürze

 

Zudem sehen wir wilde Kräuter und Gewürze, die entsprechend aus Wildsammlungen stammen, als natürliche Kräuter und Gewürze an. Zugleich achten wir streng darauf, dass nur aus der Natur angemessene Mengen entnommen werden und das natürliche Ökosystem erhalten bleibt.

Naturbelassene Kräuter und Gewürze geben viel Positives für unsere Gesundheit mit. Dazu zählen unter anderem Antioxidantien. So stecken Antioxidantien nicht nur in gesunden Lebensmitteln wie Obst und Gemüse, sondern auch in naturbelassenen Kräutern und Gewürzen. Gewürze wie Chili oder Kurkumapulver liefern einen sehr hohen Anteil. Antioxidantien helfen instabile Moleküle – die freie Radikale umfassen – entgegenzuwirken. So werden unter anderem negative Auswirkungen von oxidativem Stress gelindert. Neuere Studien ergeben sogar, dass Antioxidantien einige der Symptome beim Altern wie Gedächtnisverlust umkehren können.

Natürliche Kräuter und Gewürze nehmen viel Einfluss auf den Geschmack und die Gesundheit unserer Mahlzeiten und sind zugleich nicht für den Überkonsum bestimmt. Betrachen wir sie als ein Geschenk der Natur für die ausgewogene Ernährung aller Menschen, die den Genuss schätzen und lieben. Und wir wissen – weniger ist mehr und gute Qualität gibt uns meist schon in geringeren Mengen so viel Geschmack.

Zusammenfassung

Entscheide selbst, was gut für dich ist. Hoffentlich konnte ich dich mit meinen Erfahrungen etwas inspirieren. Welche Gewürze dir jetzt zusagen und welchen Preis du bereit bist für Gewürze auszugeben, bleibt stets deine Entscheidung. Gute Gewürze erkennen gelingt dir auf jeden Fall noch besser, indem du auf dein inneres Geruchs- und Geschmacksempfinden hörst. Auch die Optik darf in deine Bewertung einfließen, allerdings ist hier Vorsicht geboten – nicht alles was gut ausschaut, ist auch gut. Das Erkennen nachhaltiger Gewürze ist bekanntlich noch schwieriger.

Hast du vor, zukünftig häufiger natürliche Kräuter und Gewürze zu verwenden? Wir freuen uns auf deinen Besuch roots-natural.com